Rückblick Besuch Co-Reach 2016

Rückblick Besuch Co-Reach 2016

Ende Juni wurden Fachbesucher aus Marketing und Vertrieb wieder zur Leitmesse für Dialogmarketing nach Nürnberg eingeladen. Besuchern wurde ein umfangreiches Programm geboten. Vier Vortragsareas, der Open Summit und die Power-Workshops boten Gelegenheit für Erfahrungsaustausch, Networking und Know-How-Erweiterung. Branchengrößen wie Ibrahim Evsan, Dr. Holger Schmidt und Björn Tantau präsentierten zukunftsweisende Trends.

Ein Highlight für mich war der Vortrag von Tobias Burkhardt (Geschäftsführer von SHIFTSCHOOL) in der Digital Marketing Area. Unter anderem führte er den Zuhörern vor Augen, dass bei digitalen Trends jeder drüber redet, aber niemand weiß, wie es geht. Jeder denkt, alle anderen tun es, deshalb behauptet jeder, er tut es. Einige Facts waren sehr interessant. Die Menge an weltweit produzierten Daten wird bis zum Jahr 2020 regelrecht explodieren auf weltweit über 30 Zetabytes. Zudem werden Wearables – also alles was man tragen, anfassen oder benutzen kann – zunehmend digitalisiert. Als Beispiel führte er eine Zahnbürste an, die in Echtzeit Daten an die eigene App über das eigene Reinigungsverhalten überträgt – next step ist ein Spiegel im Bad, der die täglichen News direkt auf das „Spiegel-Display“ überträgt. Auch immer klügere Systeme und Portale tragen weiter dazu bei, das ganze Dienstleistungsbranchen umgekrempelt werden – Facebook ist das größte Werbeunternehmen ohne eigenen Content, Alibaba die größte Handelsplattform ohne eigene Produkte, Uber… Airbnb… und so weiter.

Eine ernste Warnung erging dann noch an die Teilnehmer. Burkhardt zeigte auf, Deutschland drohe den Anschluss an die digitale Entwicklung zu verlieren. Grund dafür seien nicht nur allein die Ressourcen, sondern die innere Einstellung jedes einzelnen Mitarbeiters, nämlich digital und disruptiv zu denken. Seiner Meinung nach ist das Mindset jedes Einzelnen und die permamente persönliche Weiterentwicklung sowie ein lebenslanges Lernen unabdingbar, um Fortschritt und Digital Leadership in Deutschland weiter zu garantieren. Denn durch die Entwicklung von Industry 4.0 werden künftig vermehrt einfache und routinemäßige Jobs durch die Übernahme von klugen Algorithmen und Software wegfallen.

Bestes Beispiel für das Verschlafen von Trends war seiner Meinung nach Kodak – der Erfinder der digitalen Fotografie. Um nicht das eigene Modell von herkömmlichen Filmrollen zu gefährden, wurde die Entwicklung wieder in die Schublade gepackt. Ein fataler Fehler, wie sich Jahre später herausstellte. Heute ist die klassische Filmrolle eher ein Retro-Trend, mehr nicht. Ich fand den Vortrag sehr motivierend. Ob und in welcher Geschwindigkeit die vorgestellten Trends kommen weiß keiner mit Sicherheit vorherzusagen. Dass es eine rasante Entwicklung geben wird, haben die letzten Jahre gezeigt. Es bleibt sicher spannend, was das z. B. für die ganze Marketing-Branche bedeutet.

Auffällig war für mich daher der Gegensatz zwischen vorgestellten digitalen Trends und das Angebot der Messe selbst. Trotz der in neuen Mitmach-Plattformen, Workshops und Vorträgen vorgestellten digitalen Trends, war das Angebot noch sehr offline und auf Print-Werbung fokussiert. Sicher, Print-Medien wird es auch zukünftig noch geben. Interessant zu beobachten wird daher sein, wie sich die Trends auf das traditionelle Geschäft auswirken und wie beide Welten sinnvoll verknüpft werden können.

Für mich war es der erste Besuch für competence data und die erste Teilnahme an der Co-Reach überhaupt. Ich konnte viele interessante Menschen kennen lernen und neue Kontakte schließen. Ich werde nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein und freue mich schon auf News und Networking.

Euer Maurizio Di Noia

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